Fünf Jahre überlebt im Haifisch-Becken
Residenz (CHB) Bei einem wissenschaftlichen Symposium im
Toscana-Saal der Residenz feierten zwei ehemalige
"Existenzgründer" das fünfjährige Bestehen ihres Unternehmens.

Zentrum für Neuropsychologie


Gestartet hatten die beiden Neuropsychologen Gerhard Müller und Herbert König ihre selbstständige Tätigkeit im Juli 1997 im Technologie-und Gründerzentrum der IHK. Sie hatten den Mut, die erste ambulante Praxis für Klinische Neuropsychologie in der Region zu gründen. Beim Wettbewerb "Der gläserne Existenzgründer", ausgeschrieben durch die IHK, gewannen sie dann den zweiten Preis, und im September 2001 bezog das "Zentrum für Klinische Neuropsychologie" eigene Räume in der Semmelstraße.

"Wir haben im Haifisch-Becken des Gesundheitswesens überlebt", freute sich Gerhard Müller bei der Begrüßung. Und dazu gratulierten nicht nur Landrat Waldemar Zorn, Würzburgs Sozialreferent Dr. Peter Motsch und als "Geburtshelfer" Erich Helfrich, IHK-Gründungsreferent, sondern auch Dr. Karin Schoff-Tams (Bad Wildungen), Vorsitzende der Gesellschaft für Neuropsychologie, sowie die vier Referenten des wissenschaftlichen Programms, Experten der Unis Tübingen, Bremen, Zürich und München.

Mit ihrer Unternehmensgründung haben König & Müller Neuland betreten, denn ambulante Neuropsychologie ist noch wenig verbreitet. Behandelt werden Patienten mit erworbenen Hirnschädigungen durch Krankheit oder Verletzungen. Multiple Sklerose, Parkinson, Alzheimer und Folgen von Schlaganfällen gehören dazu.

Auch Dienstleistungen

Die Zusammenarbeit mit Kostenträgern und Krankenkassen gestalten sich dabei nicht immer einfach. Kooperation mit Selbsthilfegruppen, niedergelassenen Ärzten, neurologischen und geriatrischen Kliniken gehört dagegen zum Programm. Angeboten werden vom Zentrum für Klinische Neuropsychologie aber auch Dienstleistungen wie Supervision oder Fortbildung, beispielsweise das seit 1997 regelmäßig stattfindende NeuroLoquium.

Angestrebt wird die Vernetzung möglichst vieler Berufsgruppen, die mit neurologischer Versorgung zu tun haben. Die nämlich sollte zum Wohl der Patienten so früh wie möglich nach einem Akutereignis, zum Beispiel einem Schlaganfall, einsetzen. Wichtigstes Ziel ist die Erhaltung oder Wiederherstellung von Lebensqualität.

Mainpost, vom 18.06.2002